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Michael Mau - Malerei

Michael Mau war nicht immer bequem. In keinerlei Hinsicht. Er war in Gesprächen vereinnahmend und als Mensch egoman. Er gab nichts auf Kunstsachverständige und hat sich stets klar gegen sie positioniert. In seiner Kunst, gesellschaftlich, politisch.

Er verließ sich auf seinen Instinkt und seine Wahrnehmung, nicht auf den Trend. Die Bewunderung der Natur in allen ihren Spielarten ist Thema seiner Malerei. Er ist Realist und ein Romantiker. – Dies sind aber auch schon die einzigen Etiketten, die man ihm aus meiner Sicht geben kann. Einige Menschen, die ich gesprochen habe, sehen in ihm einen Fotorealisten. Wenn man sich aber dieses chronologisch aufgebaute Buch ansieht, kommt einem unweigerlich die Erkenntnis, dass es sich hier lediglich um einen Zeitraum seiner Kunst handelt, die er dem Fotorealismus gewidmet hat. Natürlich verschlug es mir auch die Sprache, wenn ich vor diesen Bildern gestanden und die handwerkliche Könnerschaft bewundert habe. Aber diese Bewunderung nimmt nicht ab bei den Arbeiten, die nicht so exakt das von ihm Gesehene wiedergeben. Ganz im Gegenteil. Die Detailversessenheit ist auch in diesen Werken mühelos zu finden.

Diese Stimmungen oder Atmosphären, die seine Bilder auf mich übertragen haben und übertragen, ist, was mich fasziniert.

Durch seine Sehweise berührt mich seine Malerei und bringt mich an diese Orte, in diese Szenen, die er dem Betrachter präsentiert. Seine Augenblicke der ausgeschnittenen, fixierten Zeit. Was kann Malerei mehr erreichen oder wollen? Und das nicht in erschlagenden Dimensionen, sondern in bescheidenen Formaten. Es geht in Michaels Kunst nicht darum, durch pompöse Maße zu beeindrucken. Das hat er nicht nötig. Ich hatte oft das Glück dabei zu sein, wenn er seine Skizzen anfertigte, die dann häufig die Grundlage für spätere Bilder bildeten. Er brachte sich in einen höchstkonzentrierten Zustand des Wahrnehmens, wenn er ihn überhaupt je verlassen hat. Diesen Zustand brauchte es für ihn, um im Prozess des Schaffens völlig in den Details versinken zu können. Diese Details bestimmen den Gesamteindruck der fertigen Gemälde und machen den großen Sog aus, den sie auf uns ausüben. Schlicht könnte man es Qualität nennen, wenn dieser Ausdruck nicht zu oft verschwenderisch benutzt würde. Er hat Qualität. In allen Formaten und zu jeder Zeit.

Werdegang

1937

30.12. Geburt in Leipzig Connewitz

1945

von Großbothen nach Hamburg,

Wilmanspark 17

1955

Reise Holland
(Bakkum, Broek in Waterland, Harlingen)

1956

Reise Frankreich, Schweiz
(Basel, Genf, Valence, Avignon, Nimes,
     Arles, Marseille, Cannes, München

1957

01.04.-30.09.1959 Studium HFBK Hamburg

1957

Reise Paris via Reims

1957

1959

Reise nach Italien über Österreich
(Braunschweig, München, Innsbruck, Trentino, Venedig, Bologna,
 Rom)


 

Reise DDR

1960

01.10.-30.09.1961 Studium HFBK Hamburg

1962

Freier Maler

1963

Art Director, Lintas Hamburg

1966

Reise Ungarn (Budapest)

1967

Umzug Am Eiland 26, Hamburg

1967

Reise Balkan und Ungarn
(Nis, Sofia-Istanbul, Eyüp, Budapest)

1969

Reise Beirut
Reise Paris

1970

Concepter Art, Wiliam Wilkens Hamburg

1970

Reise Kairo

1970

Umzug Heilwegstraße 58, Hamburg

1970

Ausstellung Galerie XX Hamburg

1971

Reise DDR
Reise Berlin

1972

Freier Maler

1972

Ausstellung Galerie De Gestlo, Hamburg

1972

Ausstellung Galerie Quatre Movement, Paris

1972

Reise USA

1973

Umzug Geibelstraße 61, Hamburg

1973

Ausstellung Ruhrfestspiele Recklinghausen

1973

Reise USA via New York City

1973

Reise Eifel

1974

Reise USA via New York City

1974

Wanderausstellung Polen

1974

Ausstellung OK Harris, NYC

1975

Ausstellung Kunstmesse Basel

1975

Ausstellung Kunstwaren, Kunstverein Hamburg

1975

Ausstellung Galerie De Gestlo, Düsseldorf

1976

Reise UK

1978

Ausstellung Hamburg-Rotterdam

1978

Ausstellung Kunsthaus Hamburg

1978

Reise Brasilien über Lissabon
(Fortaleza, Salvador, Recife)

1980

Ausstellung Kunsthaus Hamburg

1981

Wanderausstellung USA

1982

Reise DDR

1982

Ausstellung Galerie De Gestlo, Düsseldorf

1982

Einladung zur Biennale Venedig, nicht teilgenommen

1988/89

Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Hamburg

1989

Reise USA via Chicago

1989

Ausstellung Kunsthaus Hamburg

1990

Ausstellung Anya von Gösseln Gallery, Bunclody Co. Wexford

1990

Lehrtätigkeit an der Fachhochschule Hamburg

1990

Gruppenausstellung Ansichten

Kunsthaus Hamburg

1994

Gruppenausstellung

Anya von Gösseln Gallery, Dublin

1996

Ausstellung, Malerei aus drei Jahrzehnten 1962-1992, Kunstverein Wiligrad e. V.

1997

Ausstellung Anya von Gösseln Gallery, Dublin

2003-2008

Honorardozent Kunstschule Alsterdamm, Hamburg

2009-2011

Dozent Kunstkreis „Montagsmaler“, Hamburg

2011

Schlaganfall

2012

Ausstellung, Meisterhafte Malerei der Stille,
Galerie Elbchaussee, Hamburg

2021

20.08. Tod, Hamburg

Kontaktanfrage

+49 (0) 40 6 58 68 98 0

Danke für die Nachricht!

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